Feuerwehr Dippoldiswalde - OF Dippoldiswalde | Historie
Historie

152 Jahre Geschichte der Freiwilligen  

OF Feuerwehr Dippoldiswalde

 

Vor 151 Jahren (am 18.März 1865) versammelten sich abends 8:00 Uhr, 39 Männer um den Bürgermeister Heißterberg und den Turnlehrer Victor Thurm, im ehemaligen Gasthof "Zum Goldenen Stern", (ehemals Schulspeisung) um die Freiwillige Feuerwehr neu zu organisieren. Gleichzeitig wurde das Grund- und Disziplinargesetz sowie die Einteilung der Mannschaften vorgenommen.

Victor Thurm war der 1. Wehrleiter der FF. Der 18. März gilt seitdem als Gründungstag der Freiwilligen Feuerwehr Dippoldiswalde (heute Ortsfeuerwehr Dippoldiswalde / Stadt).
Eine Vielzahl von großen Brandkatastrophen in den Jahren von 1500 bis 1863, die bekannteste vom 14. März 1826, bei denen weite Teile von Dippoldiswalde in Schutt und Asche gelegt wurden, forderten von den Bürgern eine Art Feuerlöschwesen zu organisieren.
Vor der Gründung existierten bereits einige Löschmannschaften und eine städtische Pflichtfeuerwehr, in die alle männlichen Bürger bis 45 Jahre berufen waren.
Kurz nach der Gründung der Wehr, im April 1865, erlebte Dippoldiswalde wieder einen Großbrand. Vom Pfortenberg, die Altenberger Str. bis auf den Plan dehnte sich das Feuer aus. Die Feuertaufe war, wie sollte es anders sein, ohne nennenswerte Löscherfolge.
Die damalige Führung versuchte, mit allwöchentlichen Übungen, den Ausbildungsstand der Kameraden zu steigern. Auf die Dauer konnte dieser Rhythmus nicht durchgehalten werden. Der Landesausschuss Sächsischer Feuerwehren legte später allgemeingültig für alle Feuerwehren die Übungsanzahl auf jährlich 12 fest.
In den ersten 20 Jahren stieg die Mitgliederzahl auf 139 Kameraden.
- Ausschließlich Gewerbetreibende.

Die Struktur und die Aufgabengebiete der Wehr ähnelten bereits den heutigen. An Technik konnten 3 2-rädrige Karrenspritzen, 2 Gerätewagen und ca. 650 m Schlauchmaterial sowie komplette persönliche Schutzausrüstung vorgehalten werden.
Es existierte bereits ein recht ergiebiges Hydrantennetz. Zu einer Übung im September 1880 wurde bewiesen, daß Löschwasser bis hoch in die Laterne des Kirchturms gepumpt werden konnte.
 
Interessant ist die Entwicklung der Alarmierung zu verfolgen. In der Feuerordnung von 1886 sind Feuermeldestellen benannt. Weiterhin nahmen der Glöckner, der Stadtmusikdirektor sowie vier Signalisten der Feuerwehr in den vier Stadtbezirken Meldungen entgegen. Später kam die "Schleife" (von Haus zu Haus verkabelte Alarmglocken), Sirenen und Funkmeldeempfänger zum Einsatz.
 
Im August 1925 konnten die Kameraden die 1. Automobilspritze für die Stadt Dippoldiswalde im Gerätehaus am Kirchplatz einstellen. In Anbetracht des Fehlens geeigneter Chauffeure (heutigen Maschinisten), erklärten sich zwei Bürger bereit der Feuerwehr beizutreten.
Große Lücken in die Reihen der Kameraden unserer Feuerwehr rissen die beiden Weltkriege. An den ersten Weltkrieg erinnert die Gedenktafel an der Kirche gegenüber dem Gerätehaus Kirchplatz. Im zweiten Weltkrieg, nach den Luftangriffen auf Dresden, leisteten die Kameraden der Wehr 3 Tage Hilfe bei den Löscharbeiten. Es gründetet sich die erste Frauengruppe um die Einsatzbereitschaft in der Stadt sicherzustellen. Die Gruppe bestand von 1943 – 1947.
 
Nach dem die Wirren des 2. Weltkrieges überstanden waren, ging es daran die Technik wieder auf ein brauchbares Niveau zu bringen. Ende der 50er Jahre verfügte Dippoldiswalde über ein Tanklöschfahrzeug 15, ein Löschfahrzeug 15, ein leichtes Löschgruppenfahrzeug, eine Tragkraftspritze 8, eine 20 m Leiter sowie Geräte zur Wiederbelebung und umluftunabhängige Atemschutztechnik.
 
Die räumlich stark beengte und verstreute Unterbringung der Technik in der Stadt veranlaßte den Rat der Stadt 1950 zum Umbau zweier Scheunen auf der Bergstr. Bis 1952 haben die Kameraden selbst den Rohbau fertiggestellt. Dann mußte das Objekt an das Kommando Feuerwehr abgegeben werden und die Berufsfeuerwehr zog ein. Erst 1981 konnte ein Schulungsraum auf der Hospitalstr. genutzt werden.
 
1963 wurde die erste Arbeitsgemeinschaft "Junge Helfer der Feuerwehr" als Basis für die weitere Absicherung des Nachwuchses gebildet. Der Gruppe stand ein Geräteanhänger mit einer Tragkraftspritze 3 zur Verfügung, der noch jetzt von unserer Jugendfeuerwehr genutzt wird. Leider konnte ab 1970 die Arbeit nicht kontinuierlich weitergeführt werden. Seit 1985 besitzt unsere Feuerwehr wieder eine Jugendfeuerwehr, deren Mitgliederanzahl zwischen 12 und 20 schwankt.
 
Am 10.04.1965 gründeten 8 Frauen, ausnahmslos Ehefrauen von Kameraden, die zweite Frauenbrandschutzgruppe. Der Tätigkeitsbereich der Gruppe bezog sich vorwiegend auf den vorbeugenden Brandschutz. Die Arbeit umfasste die Begehung von Wohnungen und Brandsicherheitswachen zu kulturellen Veranstaltungen in öffentlichen Gebäuden.
Die Frauen feierten aber auch große Erfolge bei den Schnelligkeitsübungen auf Kreis- und Bezirksebene in den 70er Jahren.
 
Anfang der 60er Jahre wurde ein Tanklöschfahrzeug 16 und ein Löschgruppenfahrzeug 16 auf S 4000- Basis in Dienst gestellt. In den 70er Jahren kam ein Schaum-, Beleuchtungs-, Ventilations- und Schlauchanhänger hinzu.
Die Anzahl der techn. Hilfeleistungen nahm deutlich zu.
In dieser Zeit wurde viel Ehrenamtliche Arbeit neben den Einsätzen geleistet, z.B. Ernteeinsätze, Schneeräumungsarbeiten und das Fällen von Bäumen im Stadtgebiet.
Der komplette Löschzug auf W 50- Basis wurde in den 80er Jahren zusammengestellt. Das war auch der Grund um, endlich Fortschritte beim Gerätehausbau zu erwirken, da zeitweise ein Löschfahrzeug auf dem Markt vor dem Rathaus abgestellt werden mußte.
Erste Beratungen zum Gerätehausbau an den Scheunen sind im Mai 1981 geführt worden. 1986 liefen die ersten Arbeiten zum Umbau an. Neben Baufirmen haben die Kameraden in unzähligen Stunden selbst mit Hand angelegt. 1992 konnte das Objekt endlich fertig gestellt übernommen werden.
 
Nach der friedlichen Wiedervereinigung unseres Vaterlandes, nahm die Entwicklung unsere Freiwillige Feuerwehr einen enormen Um- und Aufschwung. Die damalige Wehrleitung und Stadtverwaltung entschieden, zuerst die persönliche Ausrüstung neu zu beschaffen, um den Eigenschutz der Kameraden sicherzustellen. Als nächstes wurde die Atemschutztechnik auf Standard gebracht.
Ein deutliches Merkmal dieser Zeit war der sprunghafte Anstieg der technischen Hilfeleistungen, besonders nach Verkehrsunfällen.

Ebenfalls in den 90er Jahren wurden der Schlauchwagen 2000, das Beleuchtungsaggregat 16 und der Rüstwagen 2 in Dienst gestellt.
Als derzeitige Höhepunkte an Neubeschaffungen kann die Übernahme des Tanklöschfahrzeug 16/25 im Jahr 1999 und den Renault als Mannschaftstransportwagen und Einsatzleitwagen genannt werden. Für den Eigenschutz ist 2002 und 2003 die persönliche Schutzausrüstung auf Hupf- Norm und die Atemschutztechnik auf Dräger- Überdruck umgestellt worden. Im Depot wurden 2004 neue Tore eingebaut, und das erste Mal nach dem Einzug 1992 wurde im 1. Obergeschoss renoviert.
 
Infolge des Hochwassers von 2002 kam vom SMI der Erlass, ab 2004 mittwochs 15:00 Uhr einen Sirenenprobelauf zentral gesteuert von der Leitstelle durchzuführen. Für die Stadt Dippoldiswalde entstanden nur geringe Kosten, weil die Sirenenfunkempfänger bezuschusst wurden und Ende der 90er Jahre die Wehrleitung gegen den Abbau der vorhandenen Sirenen stimmte.

Im Zusammenhang mit der digitalen Alarmierung wurden digitale Funkmeldeempfänger für Führungs- und Einsatzkräfte beschafft.
 
Am 22.09.2007 wurde das Hubrettungsfahrzeug Bronto Skylift (TLK 32) auf MAN Fahrgestell unserer Feuerwehr übergen und löst somit die Drehleiter (DL 30) auf W50 Fahrgestell ab.
 
Keiner ahnte, dass am 18.04.2009 um 5.32 Uhr die gesamte Technik der Feuerwehr auf die Probe gestellt werden würde. Die Gesamte Feuerwehr Dippoldiswalde mit ihren Ortsteilen, die Feuerwehr Schmiedeberg, sowie die Drehleiter der Feuerwehr Freital wurden zu einem der größten Brandeinsätze in der Geschichte von Dippoldiswalde alarmiert. 
 
"Dachstuhlbrand Maxim-Gorki-Str. 1-7
 
Der Dachstuhl des Mehrfamilienhauses brannte auf ca. 100m Länge in voller Ausdehnung.
Bei Ankunft der Feuerwehr Dipps/Stadt "Lage auf Sicht". Die Dachhaut über Treppenaufgang 7 war bereits durchgebrannt. Die Feuerwehr führte mit drei Trupps kombinierte Evakuierung und Brandbekämpfung über Treppenhaus 1,3 und 7 und die Brandbekämpfung mittels Hubsteiger über Nr.5 durch. Die Angriffstrupps verhinderten eine Brandausbreitung im Dachbereich nach Hausnummer 9. Wegen fehlender Brandwände kam es zur Durchzündung des gesamten Dachstuhles der nach kurzer Zeit einstürzte. Die Restlöscharbeiten wurden mittels TLK (Hubsteiger) und der Freitaler DLK (Drehleiter) durchgeführt. 
 Bei diesem Einsatz waren 160 Einsatzkräfte der Feuerwehr, davon 67 Atemschutzgeräteträger im Einsatz. 58 Personen und 5 Tiere wurden evakuiert. 40 Wohnungen wurden durch die Feuerwehr in Zusammenarbeit mit der Polizei geöffnet und auf Bewohnbarkeit geprüft. Besonders zu bemerken ist, das bei diesem Einsatz keine Verluste bzw. Erkrankungen bei den evakuierten Personen zu verzeichnen waren. Allerdings erlitten zwei Einsatzkräfte Verbrennungen 1. und 2. Grades, eine Einsaztkraft wurde deshalb im Krankenhaus Dipps behandelt.
Der Brand war 08:20 Uhr gelöscht. Die Einsatzstelle wurde gegen 11 Uhr an die Polizei und die Stadtverwaltung übergeben.
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